Unter freiem Himmel

Auch in diesem Jahr wird die große Außenkrippe auf dem Parkplatz vor der St. Franziskus-Kirche in Weitmar aufgebaut. Vo 14. Dezember, bis kurz nach dem Dreikönigstag im Januar lädt die Holzkrippe zum Innehalten und Hinschauen ein. „Aufgebaut wird sie erst einen Tag vor dem 3. Advent“, sagt Gemeindereferent Florian Rommert.
Knapp zehn Gemeindemitglieder packen dann an diesem Samstag mit an, um die aus Holz gefertigte massive Krippe zu errichten (Fotos). Es wird gebohrt, geschraubt und dekoriert: Der große Stall mit Stroh, Tannen und Holzscheiben sowie (Holz) Tieren neben Maria und Josef wird auf der einen Seite aufgebaut, die Heiligen Drei Könige an einem leuchtenden Lagerfeuer mit ihren Kamelen auf der anderen Seite des Kirchenparkplatzes aufgebaut. Alle Figuren sind zweidimensionale Holzbauten, die von den Gemeindemitgliedern selbst angefertigt wurden.
„Der ganze Aufbau dauert schon ein paar Stunden, es sind ja richtige Balken, die geschleppt und verschraubt werden müssen“, berichtet Klaus-Dieter Fieres, der seit Jahren mithilft. „Und im Idealfall sieht man hinterher keine Schraube mehr, weil es aussehen soll, wie die Bauweise früher mit Zapfen und Schlitzen“, sagt Rommert.
Schon beim Aufbau bleiben die ersten Passanten stehen und schauen neugierig. „Auch wenn das viel Arbeit ist, bis alles steht und fertig ist, macht es doch Spaß. Denn die Krippe kommt bei Besuchern wirklich jedes Jahr aufs Neue sehr gut an“, sagt Rommert. Dazu wird die Krippe mit Beginn der Dunkelheit bis spätabends sowie früh am Morgen mit Lichtern angestrahlt. Und vor allem, sie bleibt nicht starr.
„Die Krippe ‚lebt‘, sie verändert sich“, sagt Rommert. So wird beispielsweise das Jesuskind erst am 24. Dezember in die Krippe gelegt. Und die Heiligen Drei Könige wandern erst dann von ihrem (digitalen) Lagerfeuer weg zum Stall hinüber. Die Idee zu dieser besonderen Krippe entstand in der Corona-Zeit, als Gottesdienstbesuche nur eingeschränkt möglich waren. Damals suchte die Gemeinde nach einer Möglichkeit, das Krippenspiel mit Abstand durchführen zu können – draußen und für alle. Es fehlte aber die Krippe, „und so entstand nach und nach die Idee, das zu selbst zu machen“, sagt Rommert. Und diese Idee kommt seither Jahr für Jahr gut an.
